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Erkundung des Lanzarote Vulkans: Eine Reise in die faszinierende vulkanische Landschaft

Feuerberge, Montanas del Fuego, Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote, Spanien
Feuerberge, Montanas del Fuego, Timanfaya Nationalpark auf Lanzarote, Spanien - Bildnachweis: @ fulcanelli via Depositphotos

Lanzarote ist die Insel, auf der man Vulkanismus am unmittelbarsten erlebt, ohne dass etwas ausbricht. Der Ausbruch von 1730 bis 1736 dauerte sechs Jahre, begrub ein Viertel der Insel und schuf die Montañas del Fuego, die Feuerberge. Im Untergrund steckt bis heute so viel Wärme, dass im Nationalpark Timanfaya in zehn Zentimetern Tiefe über 100 Grad gemessen werden.

Der Ausbruch von 1730

Am 1. September 1730 öffnete sich der Boden bei Timanfaya. Was folgte, ist einer der am besten überlieferten Ausbrüche Europas, weil der Pfarrer von Yaiza, Andrés Lorenzo Curbelo, Tagebuch führte. Über sechs Jahre hinweg entstanden mehr als 30 neue Kegel, elf Dörfer verschwanden unter Lava, und die fruchtbarsten Böden der Insel waren verloren.

Ein Teil der Bevölkerung wanderte nach Kuba und Amerika aus. Wer blieb, musste eine Landwirtschaft erfinden, die auf Asche funktioniert, und genau das geschah.

La Geria: Weinbau in Aschetrichtern

Auf Lanzarote regnet es kaum. Die Bauern entdeckten, dass die schwarze Lapilli-Schicht, hier Picón genannt, nachts Luftfeuchtigkeit aufnimmt und an den Boden abgibt. Also gruben sie Trichter in die Asche bis auf den alten Boden, setzten dort je einen Rebstock hinein und bauten eine halbrunde Mauer aus Lavasteinen gegen den Passatwind.

Das Ergebnis ist die Landschaft von La Geria: Tausende Mulden mit je einem Stock, über Kilometer verteilt. Jede Rebe wird von Hand bearbeitet, Maschinen sind unmöglich. Angebaut wird vor allem Malvasía. Dieselbe Technik, in flacherer Form, funktioniert auch für Feigen und Gemüse.

Timanfaya: der Nationalpark

Das Kerngebiet ist für Fußgänger gesperrt, weil die Kruste dünn und die Vegetation extrem empfindlich ist. Besucht wird der Park mit Bussen auf der Ruta de los Volcanes, einer 14 Kilometer langen Straße durch die Lavafelder.

Am Besucherzentrum El Diablo führen die Ranger die Erdwärme vor: Trockenes Reisig in einer Mulde entzündet sich von selbst, Wasser in ein Bohrloch gegossen schießt als Dampffontäne heraus, und das Restaurant grillt über einem offenen Schacht. Die Hitze stammt nicht von Magma direkt unter der Oberfläche, sondern von einem noch abkühlenden Körper in einigen Kilometern Tiefe.

Geführte Wanderungen gibt es nur begrenzt, etwa die Ruta del Litoral und den Weg zum Krater Montaña del Cuervo, der außerhalb des gesperrten Kerns liegt und frei begehbar ist.

Was César Manrique daraus machte

Lanzarote sieht heute anders aus als die übrigen Kanaren, und das geht auf einen Künstler zurück. César Manrique setzte ab den 1960er Jahren durch, dass keine Hochhäuser gebaut werden, dass Häuser weiß bleiben und Fensterrahmen grün oder blau, und dass Werbetafeln an den Straßen verschwinden.

Seine eigenen Bauten nutzen den Vulkanismus als Material: die Jameos del Agua in einer eingestürzten Lavaröhre, der Mirador del Río in einer Felskante, sein Wohnhaus in fünf Lavablasen. Die Cueva de los Verdes ist ein sechs Kilometer langer Abschnitt derselben Röhre, durch die einst Lava vom Vulkan La Corona zum Meer floss.

Wie eine Lavaröhre entsteht

Wenn ein dünnflüssiger Lavastrom fließt, erstarrt seine Oberfläche zuerst, weil sie mit der Luft in Berührung kommt. Darunter fließt die Lava weiter, isoliert von der eigenen Kruste. Versiegt der Nachschub, läuft der Kanal leer und zurück bleibt eine Röhre.

Die von La Corona ist eine der längsten der Erde und setzt sich unter dem Meer fort. Ihr überfluteter Teil, der Túnel de la Atlántida, beherbergt endemische Arten, darunter einen blinden weißen Krebs, der nirgendwo sonst vorkommt.

Praktisches

Lanzarote ist ganzjährig bereisbar, im Timanfaya gibt es keinen Schatten und oft starken Wind. Für die Busfahrt reicht normale Kleidung, für die freien Wanderwege gelten dieselben Regeln wie überall auf Lavagestein: feste Sohlen, weil die Kanten schneiden.

Vulkanisch verwandt sind die Nachbarinseln: Gran Canaria mit der Caldera de Bandama, Teneriffa mit dem Teide und La Palma, wo 2021 zuletzt ein Ausbruch stattfand.

Quellen