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Japan Vulkan: Faszinierende Vulkanlandschaften im Land der aufgehenden Sonne

Mount Fuji mit dem Kawaguchi-See im Vordergrund in Japan
Mount Fuji mit dem Kawaguchi-See in Japan - Bildnachweis: @ phuongphoto via Depositphotos

Japan hat 111 aktive Vulkane, davon sind 46 seit 1900 ausgebrochen. Das Land liegt dort, wo gleich vier tektonische Platten aufeinandertreffen, und trägt damit rund ein Zehntel aller aktiven Vulkane der Erde auf 0,25 Prozent der Landfläche. Der bekannteste ist der Fuji, der gefährlichste ist er nicht.

Der Fuji

Mit 3.776 Metern ist er der höchste Berg Japans und einer der wenigen Vulkane, bei denen der ebenmäßige Kegel mit Schneekappe tatsächlich zutrifft. Diese Form verdankt er seiner Jugend: Der heutige Berg ist erst rund 10.000 Jahre alt und wuchs so schnell, dass die Erosion ihn noch nicht zerschnitten hat.

Sein letzter Ausbruch war 1707, das sogenannte Hōei-Ereignis. Damals öffnete sich eine Flanke auf der Südostseite, Asche fiel bis nach Edo, dem heutigen Tokio, gut hundert Kilometer entfernt. Der Krater dieses Ausbruchs ist als Delle im ansonsten glatten Profil bis heute zu sehen. Seither schweigt der Berg, gilt aber als aktiv.

Die Besteigung ist nur in der Saison von Juli bis Anfang September erlaubt. Sie ist kein Bergsteigen, sondern ein langer Aufstieg über Schotterwege, meist nachts begonnen, um den Sonnenaufgang am Gipfel zu erleben. Seit 2024 gelten Obergrenzen für die Zahl der Bergsteiger und eine Gebühr, weil der Andrang zu Unfällen und Müllproblemen geführt hatte.

Aso: die größte Caldera Japans

Auf Kyushu liegt ein Vulkan, der den Fuji an Ausmaßen weit übertrifft. Die Caldera des Aso misst rund 25 mal 18 Kilometer und entstand bei vier gewaltigen Ausbrüchen zwischen 300.000 und 90.000 Jahren vor heute.

Das Besondere: In diesem Einbruchskessel leben heute rund 50.000 Menschen. Es gibt Dörfer, Reisfelder, Bahnlinien und Straßen, und mittendrin stehen die aktiven Kegel, von denen der Nakadake regelmäßig Asche auswirft. Wer dorthin fährt, versteht schnell, warum die Grenze zwischen Vulkan und Kulturlandschaft in Japan keine ist.

Sakurajima: Ascheregen als Alltag

Am südlichen Ende von Kyushu, direkt gegenüber der Stadt Kagoshima mit 600.000 Einwohnern, liegt der Sakurajima. Er bricht mehrere Hundert Mal im Jahr aus, meist mit kleinen Explosionen, die Asche über die Stadt verteilen.

Die Bewohner haben sich eingerichtet: Es gibt gelbe Aschesäcke, Straßenreinigung nach Ausbrüchen, Schutzhelme an Schulen und eine App, die die Windrichtung meldet. Bis 1914 war der Sakurajima eine Insel; ein Ausbruch in jenem Jahr schüttete den Meeresarm zu und verband ihn mit dem Festland.

Ontake 2014: der Ausbruch ohne Vorwarnung

Am 27. September 2014 explodierte der Ontake an einem sonnigen Samstag zur Mittagszeit, als Hunderte Wanderer am Gipfel unterwegs waren. 63 Menschen starben, die meisten durch herabstürzende Gesteinsbrocken.

Es war ein phreatischer Ausbruch: Grundwasser verdampfte schlagartig, ohne dass frisches Magma aufstieg. Solche Ereignisse kündigen sich kaum an, weil die klassischen Signale fehlen. Der Fall führte in Japan zu einem Ausbau der Warnsysteme und zur Pflicht, Schutzräume an vielbesuchten Vulkanen einzurichten.

Warum Japan so viele Vulkane hat

Vor der Küste tauchen die Pazifische und die Philippinische Platte unter Japan ab. In etwa hundert Kilometern Tiefe geben sie Wasser frei, das den darüberliegenden Mantel zum Schmelzen bringt. Die Vulkane stehen deshalb in Reihen, die parallel zu den Tiefseerinnen verlaufen, eine Linie, die in Japan Vulkanfront heißt.

Dieselbe Tektonik bringt die Erdbeben, und beides zusammen prägt das Land bis in den Alltag: 27.000 heiße Quellen, die Onsen, gehören ebenso dazu wie die Bauvorschriften. Etwa ein Zehntel des japanischen Stroms könnte aus Geothermie kommen; genutzt wird bislang weniger, weil viele Quellen in Nationalparks liegen oder von Badebetrieben beansprucht werden.

Quellen