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Vulkanausbrüche in Indonesien: Ein Land geprägt von Feuer und Asche

Luftaufnahme senkrecht in den Krater des Bromo, aus dem eine weiße Dampfwolke aufsteigt
Blick in den dampfenden Krater des Bromo auf Java - Bildnachweis: @ Koop1234 via Depositphotos

Indonesien hat mehr aktive Vulkane als jedes andere Land: 101 sind im Holozän ausgebrochen, 66 davon seit 1900. Der Grund ist der Sunda-Bogen, eine Subduktionszone, die sich über 5.000 Kilometer von Sumatra bis zu den Kleinen Sundainseln zieht. Dort taucht die Indo-Australische Platte unter die Eurasische ab, mit rund sieben Zentimetern im Jahr.

Warum die Ausbrüche hier so heftig sind

Das abtauchende Krustenmaterial bringt Wasser und Sedimente in die Tiefe. Beides macht die entstehende Schmelze kieselsäurereich und damit zäh. Zähes Magma hält seine Gase fest, bis der Druck das Gestein zerreißt, und genau das erzeugt explosive Ausbrüche statt ruhiger Lavaströme.

Dazu kommt das Klima. Tropischer Starkregen spült lockere Asche von den Flanken und erzeugt Lahare, Schlammströme, die Täler hinunterlaufen und Brücken und Dörfer mitnehmen. In Indonesien fordern sie regelmäßig mehr Opfer als die Ausbrüche selbst.

Die bekanntesten Vulkane des Landes

Der Merapi auf Java bricht seit 2020 durchgehend aus. Er baut einen Lavadom, der immer wieder kollabiert und Glutlawinen erzeugt. Sein Ausbruch von 2010 forderte rund 350 Todesopfer und war der schwerste seit 1872.

Der Tambora auf Sumbawa steht für den stärksten Ausbruch der historischen Zeit. 1815 verlor er über tausend Höhenmeter, und das Jahr darauf ging in Europa und Nordamerika als Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein.

Der Krakatau in der Sundastraße explodierte 1883 so heftig, dass der Knall noch in fast 5.000 Kilometern Entfernung zu hören war. Der ausgelöste Tsunami tötete über 36.000 Menschen. Aus der Caldera wuchs ab 1927 Anak Krakatau, dessen Flanke 2018 abbrach und erneut einen Tsunami mit über 400 Toten auslöste.

Der Toba auf Sumatra ist der größte von allen und heute ein See von 100 Kilometern Länge. Sein Ausbruch vor rund 74.000 Jahren war einer der gewaltigsten der letzten Jahrmillionen.

Warum trotzdem so viele Menschen dort leben

Java ist etwa so groß wie Nordrhein-Westfalen und Bayern zusammen und trägt über 150 Millionen Menschen. Möglich macht das der Boden: Verwitterte Vulkanasche ergibt Andosole, die zu den fruchtbarsten Böden der Erde zählen und bis zu drei Reisernten im Jahr erlauben.

Dazu kommen Schwefelabbau, Sandgewinnung aus den Flusstälern und zunehmend Geothermie. Indonesien hat das zweitgrößte geothermische Potenzial der Welt und deckt inzwischen einen nennenswerten Teil seines Stroms damit.

Der Preis dafür ist bekannt. Am Ijen auf Ostjava tragen Arbeiter Schwefelkörbe von bis zu 90 Kilogramm aus dem Krater, durch Schwaden von Schwefeldioxid, meist ohne Atemschutz. Der Ijen ist zugleich als Ziel bekannt geworden, weil brennendes Schwefelgas dort nachts blaue Flammen erzeugt.

Wie überwacht wird

Zuständig ist der staatliche Vulkandienst PVMBG mit Beobachtungsposten an den wichtigsten Bergen. Die Warnstufen reichen von I bis IV, und an ihnen hängen feste Sperrzonen. Die Meldungen laufen über das Portal MAGMA Indonesia, das auch für Reisende zugänglich ist.

Der Ausbau ist eine Daueraufgabe: Bei 127 überwachungsbedürftigen Vulkanen und begrenzten Mitteln bleiben manche Berge schlecht ausgestattet. Nach dem Tsunami von 2018 wurde zudem deutlich, dass Flankenkollapse von den vorhandenen Warnsystemen nicht erfasst werden, weil diese auf Erdbeben ausgelegt sind.

Als Reiseziel

Erschlossen sind vor allem der Bromo im Tengger-Massiv, wo man über ein Sandmeer zum Kraterrand läuft, der Ijen mit seinem türkisen Säuresee und der Batur auf Bali. Der Aufstieg zum Merapi-Gipfel ist seit 2010 gesperrt, möglich sind Jeep-Touren durch die Aschefelder.

Vor jeder Tour gilt: Warnstufe und Sperrzone prüfen, und zwar bei MAGMA Indonesia, nicht beim Anbieter. Schwefelgase sind an Ijen und Bromo ein reales Problem, eine Maske gehört ins Gepäck. Mehr zur Ausrüstung steht im Artikel über das Wandern am Vulkan.

Quellen