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Weltweite Naturreisen: Regeln, die Deutschland staunen lassen!

Vulkane zu besuchen heißt fast immer, in Schutzgebiete zu fahren, und dort gelten Regeln, die von Land zu Land erheblich abweichen. Manches davon überrascht: Auf Hawaii ist das Mitnehmen von Lavagestein untersagt, in Island das Fahren abseits markierter Pisten, und in Indonesien entscheidet eine Warnstufe darüber, ob ein Berg überhaupt betreten werden darf. Dieser Artikel sammelt, worauf bei Naturreisen zu achten ist.

Schutzgebiete: die Wege sind die Regel

In vulkanischen Nationalparks ist das Verlassen der Wege selten eine Frage der Höflichkeit. Im Yellowstone ist der Boden rund um heiße Quellen oft nur dünn verkrustet, und Besucher sind dort schon eingebrochen und gestorben. Auf Island wächst Moos auf Lavafeldern über Jahrzehnte; ein Fußabdruck bleibt sichtbar, eine Reifenspur bleibt jahrhundertelang.

Im Nationalpark Timanfaya auf Lanzarote ist der Kernbereich für Fußgänger vollständig gesperrt, besucht wird er nur im Bus. Am Merapi auf Java hängt der zulässige Radius an der aktuellen Warnstufe und ändert sich kurzfristig.

Was man nicht mitnehmen darf

Gesteinsproben sind in vielen Schutzgebieten verboten, und auf Hawaii kommt eine kulturelle Ebene dazu: Lavagestein gilt als Eigentum der Göttin Pele. Die Nationalparkverwaltung erhält regelmäßig Pakete mit zurückgeschickten Steinen, oft begleitet von Briefen über Unglücksserien. Rechtlich ist die Sache einfacher: Aus dem Nationalpark darf nichts mitgenommen werden.

Auch bei Mineralien, Fossilien und Pflanzen gilt in den meisten Ländern ein Ausfuhrverbot oder eine Genehmigungspflicht. Wer Vulkangestein sammeln will, tut das außerhalb von Schutzgebieten und erkundigt sich vorher.

Wenn der Berg gesperrt ist

An aktiven Vulkanen ändern sich Zugänge kurzfristig, und die Entscheidung trifft nie der Reiseanbieter, sondern die Behörde. Verlässlich sind:

Dazu kommen die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, die nicht nur Vulkane, sondern auch die politische Lage abdecken. Der Nyiragongo im Kongo ist dafür das aktuelle Beispiel: Der Vulkan selbst ist ruhig, der Nationalpark aber wegen der Sicherheitslage geschlossen.

Anreise und Papiere

Vulkangebiete liegen selten an der Autobahn, und viele lassen sich nur mit Mietwagen erschließen. Dabei gelten überall eigene Vorschriften: In Island ist das Befahren von Hochlandpisten nur mit Allrad erlaubt und die Versicherung deckt Wasserdurchfahrten meist nicht. In Italien bestehen in vielen Altstädten Zufahrtsbeschränkungen, die automatisch abfotografiert werden.

Wer mit dem eigenen Auto Richtung Süden fährt, braucht in mehreren Ländern eine Vignette, in Österreich zum Beispiel; diese lässt sich vorab online lösen, etwa über digitale-vignette-online.at. In der Schweiz und in Slowenien gilt Vergleichbares, in Frankreich und Italien wird dagegen an Mautstellen abgerechnet.

Verhalten vor Ort

An vielen Vulkanen ist der Berg nicht nur Natur, sondern Heiligtum. Am Merapi gibt es einen vom Sultan eingesetzten Hüter, auf Bali werden am Agung Opfergaben dargebracht, in Neuseeland sind die Gipfel des Tongariro tapu, also heilig, weshalb Māori-Verbände darum bitten, sie nicht zu betreten. Das sind keine Vorschriften, aber Rücksicht kostet nichts.

Praktisch wichtiger ist etwas anderes: Drohnen sind in fast allen Nationalparks verboten, und an aktiven Vulkanen kommt das Risiko dazu, dass Rettungshubschrauber behindert werden. Wer Aufnahmen machen will, holt vorher eine Genehmigung ein.

Die Ausrüstung

Auf Lavagestein hält kein leichter Schuh lange, und in großer Höhe wird es auch am Äquator kalt. Was mitgehört, steht im Artikel über das Wandern am Vulkan. Für die Auswahl des Ziels lohnt der Blick ins Vulkanverzeichnis, in dem zu jedem Vulkan Lage, Typ und letzter Ausbruch stehen.

Quellen