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Wandern am Vulkan: Die besten Outfits für mehr Sicherheit & Komfort

Ausrüstung: Wandern am Vulkan - Vulkanlandschaft zum Sonnenaufgang
Ausrüstung: Wandern am Vulkan - Bild: Daniel Weihmann

Wandern am Vulkan unterscheidet sich in drei Punkten von normalen Bergtouren: Der Untergrund ist scharfkantig oder rutschig, das Wetter schlägt schneller um, und es können Gase auftreten, die man nicht riecht. Wer das einkalkuliert, braucht keine Spezialausrüstung, sondern vor allem die richtigen Schuhe und eine verlässliche Information zur Lage vor Ort.

Die Schuhe entscheiden

Erstarrte Lava gibt es in zwei Formen, und beide sind hart zur Ausrüstung. Aa-Lava bricht in scharfkantige Blöcke, die Sohlen aufschneiden und Stürze unangenehm machen. Pahoehoe-Lava ist glatt und seilartig gewunden, wirkt harmlos und ist bei Nässe spiegelglatt.

Dazu kommt Asche und Lapilli: feines Material, das sich verhält wie tiefer Sand, beim Abstieg rutscht und in jeden niedrigen Schuh läuft. Gebraucht werden also feste Sohlen mit Profil und ein Schaft, der über den Knöchel reicht. Turnschuhe sind auf Lavafeldern die häufigste Ursache für abgebrochene Touren.

Was sonst ins Gepäck gehört

  • Windschutz: Vulkane sind freistehende Berge ohne Wald. Am Gipfel weht fast immer Wind, und der kühlt stärker als die Temperatur vermuten lässt.
  • Schichten: Am Ätna liegen zwischen Küste und Gipfel im Sommer leicht 20 Grad Unterschied.
  • Sonnenschutz: Dunkles Gestein heizt sich auf, es gibt keinen Schatten, und in der Höhe ist die Strahlung stärker.
  • Wasser: Auf Lavafeldern gibt es keine Quellen, Regen versickert sofort.
  • Staubmaske: An entgasenden Kratern wie Ijen oder Vulcano sinnvoll, gegen Schwefeldioxid hilft allerdings nur eine Maske mit passendem Filter.
  • Stirnlampe: Viele Touren starten vor Sonnenaufgang, und in den Tropen wird es schlagartig dunkel.

Gase: das unterschätzte Risiko

Schwefeldioxid riecht stechend und warnt von selbst. Kohlendioxid tut das nicht: Es ist geruchlos, schwerer als Luft und sammelt sich in Mulden, Kratern und Senken. Wer dort hineinsteigt, merkt nichts, bis es zu spät ist.

Die Regel ist deshalb einfach: In Vertiefungen auf vulkanischem Gelände nicht absteigen, auch nicht kurz, und gesperrte Bereiche nicht betreten. Hunde sind besonders gefährdet, weil sie tiefer atmen. In der Eifel, in der Solfatara bei Neapel und auf Java hat Kohlendioxid wiederholt Menschen getötet.

Wie man erfährt, was gerade geht

Bei aktiven Vulkanen ändern sich Sperrungen kurzfristig. Verlässlich sind nur die zuständigen Stellen, nicht Reiseblogs und nicht Videos in sozialen Netzwerken, die oft Jahre alt sind:

Mit oder ohne Führer

An vielen aktiven Vulkanen ist ein Bergführer vorgeschrieben, am Gipfel des Ätna ebenso wie oberhalb der Freigabemarken am Stromboli. Das ist keine Schikane: Führer kennen die Fluchtwege, haben Funkkontakt und wissen, wann der Wind die Gase in die falsche Richtung trägt.

Der Ausbruch am Stromboli vom 3. Juli 2019 traf Wanderer auf dem Aufstiegsweg, einer starb. Am japanischen Ontake kamen 2014 bei einem Ausbruch ohne Vorwarnung 63 Menschen ums Leben, auf der neuseeländischen Insel Whakaari 2019 während einer Führung 22. Das Restrisiko lässt sich nicht wegorganisieren, nur verkleinern.

Wohin man gut wandern kann

Für den Einstieg eignen sich Vulkane, die man sicher begehen kann: die Maare der Vulkaneifel, die Kegelberge im Hegau, die Lavafelder auf Lanzarote und die Caldera de Bandama auf Gran Canaria.

Eine Stufe anspruchsvoller sind der Teide auf Teneriffa mit Gipfelgenehmigung, die isländischen Wanderwege über die Lavafelder von Fagradalsfjall und der Ätna mit Führer. Wer zu einem tätigen Vulkan will, sollte einplanen, dass die Tour kurzfristig ausfällt, und sich das nicht verderben lassen.

Quellen