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Vulkanmulde in der Eifel: Geologische Schönheit im Herzen Deutschlands

Grüne Hügel im Natur und Geopark Vulkaneifel
Grüne Hügel im Natur und Geopark Vulkaneifel - Bildnachweis: @ vvoennyy via Depositphotos

Die gesuchte Vulkanmulde in der Eifel ist das Maar, mit vier Buchstaben. Der Begriff stammt aus der Eifel selbst und ist von dort in die internationale Fachsprache übergegangen: Ein Maar ist ein kreisrunder Explosionstrichter, der unter die Geländeoberfläche eingesenkt ist und meist einen See enthält. In der Eifel gibt es rund 75 davon.

Was ein Maar von einem Krater unterscheidet

Ein normaler Vulkankrater sitzt oben auf einem Berg. Ein Maar liegt umgekehrt: Es ist ein Loch im flachen Gelände, um das herum nur ein niedriger Wall aus Auswurfmaterial liegt, oft kaum höher als die Umgebung. Es gibt keinen Kegel, weil beim Ausbruch kein Berg aufgebaut, sondern Gestein weggesprengt wurde.

Der Grund ist Wasser. Steigt Magma auf und trifft auf Grundwasser, verdampft dieses schlagartig. Der Dampf dehnt sich um ein Vielfaches aus und sprengt einen Trichter in den Untergrund. Solche phreatomagmatischen Ausbrüche dauern oft nur Stunden bis Tage. Danach füllt sich der Trichter mit Grundwasser, und aus dem Explosionsloch wird ein See.

Wie tief solche Trichter reichen, zeigt das Pulvermaar: Der See ist 74 Meter tief, darunter folgen noch mehrere Hundert Meter Lockermaterial, bis der eigentliche Schlot erreicht ist.

Die Maare der Vulkaneifel

Von den rund 75 Maaren der Westeifel führen heute zwölf einen See, die übrigen sind verlandet und liegen als flache Mulden in Wiesen und Feldern, oft nur an der runden Form erkennbar. Die bekanntesten Seen bilden die Dauner Maare: Gemündener Maar, Weinfelder Maar und Schalkenmehrener Maar liegen dicht beieinander und lassen sich zu Fuß verbinden.

Besonders ist das Ulmener Maar: Es entstand vor etwa 11.000 Jahren und ist damit der jüngste Vulkan Deutschlands. Sein Ausbruch liegt bereits im Holozän, weshalb das Westeifel-Vulkanfeld im Verzeichnis als aktiv geführt wird und nicht als erloschen.

Der Laacher See ist kein Maar

Der größte See der Eifel gehört in eine andere Kategorie. Der Laacher See ist ein Einbruchskessel, also eine Caldera: Bei einem gewaltigen Ausbruch vor rund 13.000 Jahren entleerte sich die Magmakammer so weit, dass ihr Dach einbrach.

Dieser Ausbruch war eines der größten Ereignisse Mitteleuropas seit der letzten Eiszeit. Er förderte etwa sechs Kubikkilometer Material, seine Aschelage lässt sich von Schweden bis Norditalien in Bodenprofilen nachweisen und dient Geologen als Zeitmarke. Der Rhein wurde von den Ablagerungen aufgestaut; als der Damm brach, lief eine Flutwelle bis in die Niederlande.

Dass unter dem See noch Leben ist, sieht man am Ostufer: Dort steigen Gasblasen auf, sogenannte Mofetten. Es ist Kohlendioxid magmatischen Ursprungs. Messungen zeigen zudem Erdbeben in 10 bis 45 Kilometern Tiefe, wie sie durch aufsteigende Schmelze verursacht werden. Die Eifel gilt deshalb als ruhend, nicht als erloschen.

Wie gefährlich ist das heute

Kurzfristig nicht. Das Ausbruchsintervall der Eifelvulkane liegt bei einigen Tausend Jahren, und es gibt keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Was es gibt, ist eine dauerhafte Beobachtung: Das Landeserdbebendienst und Universitäten messen Seismik, Bodenbewegung und Gasaustritte.

Ein reales Risiko geht dagegen vom Kohlendioxid selbst aus. Es ist schwerer als Luft und sammelt sich in Senken, Kellern und Brunnenschächten. In der Eifel gab es dadurch schon Todesfälle. Deshalb sind einzelne Mofettenbereiche abgesperrt, und beim Bauen wird auf Gasaustritte geprüft.

Die Vulkaneifel besuchen

Die Region trägt den Titel UNESCO Global Geopark. Am dichtesten ist das Angebot rund um Daun, Manderscheid und Gerolstein. Der Vulkanpfad und der Eifelsteig führen an mehreren Maaren vorbei, das Vulkanhaus Strohn zeigt eine 120 Tonnen schwere Lavabombe, und in Mendig lässt sich ein Lavakeller befahren, in dem früher Bier gelagert wurde, weil die Basaltschichten konstant kühl bleiben.

Wer den Vulkanismus in Deutschland insgesamt sucht, findet den Überblick im Artikel über Vulkane in Deutschland, und für den Süden in Vulkane in Süddeutschland.

Quellen