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Vulkan Gran Canaria: Entdecke die atemberaubende vulkanische Landschaft der spanischen Insel

Caldera de Bandama auf Gran Canaria
Caldera de Bandama auf Gran Canaria - Bildnachweis: @ Gaibru_Photo via Depositphotos

Gran Canaria ist vollständig vulkanisch entstanden, aber seit rund 2.000 Jahren ruhig. Der letzte Ausbruch fand im Norden der Insel statt, im Gebiet um Montañón Negro und Caldera de los Pinos de Gáldar. Die bekannteste vulkanische Sehenswürdigkeit ist die Caldera de Bandama, ein fast kreisrunder Krater von 1.000 Metern Durchmesser und 200 Metern Tiefe, den man umrunden und auch betreten kann.

Wie die Insel entstand

Gran Canaria wuchs vor etwa 14 Millionen Jahren als Schildvulkan aus dem Atlantik. Darauf folgten ein gewaltiger Caldera-Einbruch, eine lange Ruhephase und mehrere jüngere Phasen, die vor allem den Norden der Insel aufbauten.

Diese Geschichte sieht man dem Gelände an. Der Süden mit seinen Schluchten zeigt die alten Schichten, im Zentrum stehen erstarrte Schlotfüllungen als Felsnadeln, darunter der Roque Nublo und der Roque Bentayga. Der Norden ist jünger: Dort liegen Schlackenkegel, Maare und Lavaströme, die geologisch fast von gestern sind.

Caldera de Bandama

Trotz des Namens ist Bandama keine Caldera im Sinne eines Einbruchskessels, sondern ein Maar: ein Explosionstrichter, entstanden als Magma auf Grundwasser traf. Der Ausbruch liegt rund 2.000 Jahre zurück, und Ausgrabungen am Kraterrand zeigen, dass die Ureinwohner der Insel ihn miterlebt haben müssen.

Vom Aussichtspunkt Pico de Bandama auf 569 Metern sieht man in den Trichter und bei klarer Sicht bis Las Palmas und zum Teide auf Teneriffa. Ein Weg führt in rund 45 Minuten auf den Kraterboden, wo ein Bauernhof liegt, der bis heute bewirtschaftet wird.

Die jüngsten Vulkane im Norden

Der Montañón Negro und die benachbarte Caldera de los Pinos de Gáldar sind die jüngsten Ausbruchsstellen der Insel, ebenfalls etwa 2.000 Jahre alt. Der schwarze Schlackenkegel ist gut erkennbar, und in der Umgebung wurde lange Picón abgebaut, die feine Lapilli-Schicht, die in der Landwirtschaft Wasser speichert.

Ebenfalls im Norden liegt das Maar von Los Berrazales und, deutlich älter, die weite Caldera de Tejeda, von der schon Miguel de Unamuno schrieb, sie sei ein versteinerter Sturm. Sie ist kein Krater, sondern ein durch Erosion ausgeräumtes Becken im Herzen der Insel.

Warum die Kanaren Vulkane haben

Anders als die meisten Vulkangebiete liegen die Kanaren nicht an einer Plattengrenze, sondern über einem Hotspot im Atlantik. Weil die Afrikanische Platte nur langsam darüber hinwegwandert, sind die Inseln zeitlich weniger klar gestaffelt als etwa Hawaii, aber das Grundmuster stimmt: Im Osten liegen die älteren Inseln Fuerteventura und Lanzarote, im Westen die jüngeren.

Aktiv sind heute vor allem die westlichen: La Palma mit dem Ausbruch von 2021, El Hierro mit dem unterseeischen Ausbruch von 2011 und Teneriffa mit dem Teide. Gran Canaria liegt dazwischen und gilt als ruhend, nicht als erloschen.

Was man ansehen kann

  • Caldera de Bandama: Aussichtspunkt und Abstieg in den Krater, gut mit dem Auto erreichbar.
  • Roque Nublo: 80 Meter hoher Felsmonolith aus verfestigtem Auswurfmaterial, kurzer Aufstieg vom Parkplatz.
  • Caldera de Tejeda: Rundblick von Cruz de Tejeda, die Passstraßen selbst sind die Attraktion.
  • Cenobio de Valerón: über 300 in weichen Tuff geschlagene Kammern, Speicher der Ureinwohner.
  • Montañón Negro: jüngster Schlackenkegel der Insel, im Norden bei Artenara.

Praktisches

Gran Canaria wird oft als Kontinent im Kleinen bezeichnet, weil die Passatwolken den Norden grün halten, während der Süden trocken bleibt. Für Vulkanwanderungen ist das Zentrum interessant, und dort ist es deutlich kühler als an der Küste; Höhenunterschiede von über 1.900 Metern schlagen auf die Temperatur durch.

Die Wege im Bergland sind gut markiert, aber steinig. Zur Ausrüstung siehe Wandern am Vulkan.

Quellen