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Vulkanausbruch La Palma: Aktualisierungen, Auswirkungen und Folgen

Krater La Palma San Antonio
Krater La Palma San Antonio - Bildnachweis: @ lunamarina via Depositphotos

Der Ausbruch auf La Palma begann am 19. September 2021 und endete nach 85 Tagen am 13. Dezember 2021. Es war der längste und zerstörerischste Ausbruch, den die Insel seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt hat: Die Lava begrub mehr als 1.200 Hektar und zerstörte rund 3.000 Gebäude. Seit 2022 trägt der neue Kegel den Namen Tajogaite. Seither ist die Insel ruhig, Stand September 2026.

Was in diesen 85 Tagen geschah

Die Spalte öffnete sich am Westhang des Höhenrückens Cumbre Vieja in einem bewaldeten Gebiet oberhalb der Orte El Paso und Los Llanos de Aridane. Von Anfang an lief der Ausbruch zweigleisig: Aus einigen Schloten floss Lava aus, aus anderen wurden Glutfetzen und Asche geworfen, dazu kamen Phasen mit Lavafontänen.

Das Gefälle zum Meer ist auf dieser Inselseite steil, und so nahmen die Ströme den kürzesten Weg nach Westen, mitten durch bebautes Gebiet. Am 29. September erreichte die erste Lava die Küste und baute dort eine neue Landzunge ins Meer, eine sogenannte Fajana. Rund 7.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Todesopfer forderte der Ausbruch unmittelbar keine, was an der guten Vorwarnung lag: Die Erdbebenschwärme unter der Insel hatten Tage vorher begonnen, und die Behörden räumten die Gefahrenzone rechtzeitig. Ein Mann starb später bei Aufräumarbeiten in einem Haus, in dem sich vulkanisches Gas gesammelt hatte.

Warum Bananen das eigentliche Thema sind

Die Westseite von La Palma ist das wirtschaftliche Rückgrat der Insel: Bananenplantagen bis fast ans Meer, dazu Weinberge und Avocados. Die Lava begrub knapp 1.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche und zerschnitt die Bewässerungsleitungen, ohne die auf den Kanaren nichts wächst.

Dazu kam die Asche. Sie liegt teils meterhoch auf Dächern, Feldern und Straßen und musste abgetragen werden, bevor überhaupt wieder gepflanzt werden konnte. Der Wiederaufbau ist bis heute nicht abgeschlossen; ein Teil der verschütteten Grundstücke liegt unter erstarrtem Gestein, das an manchen Stellen über 60 Meter dick ist.

Ein hartnäckiger Mythos: der Megatsunami

Seit 2001 geistert die Vorstellung durch Medien und soziale Netzwerke, bei einem Ausbruch auf La Palma könne die Westflanke der Cumbre Vieja abbrechen und einen Tsunami auslösen, der die Ostküste der USA trifft. Die Idee geht auf eine einzelne Modellrechnung zurück, die einen Abbruch von rund 500 Kubikkilometern in einem Stück annahm.

Diese Annahme hält die Fachwelt für unrealistisch. Große Flankenabbrüche laufen nach heutigem Kenntnisstand in Etappen ab, über Jahrtausende verteilt, und erzeugen dabei keine einzelne Riesenwelle. Messungen während des Ausbruchs 2021 zeigten zudem keine großräumige Bewegung der Flanke. Wellen wären lokal möglich, ein transatlantischer Megatsunami ist nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.

Wie La Palma weiter beobachtet wird

Die Kanaren gehören zu den am dichtesten überwachten Vulkangebieten Europas. Das spanische Geologische Institut IGN betreibt Seismometer, GPS-Stationen und Gasmessungen auf allen Inseln und veröffentlicht die Daten laufend. Aus genau diesen Messreihen kam 2021 die Vorwarnung, die Menschenleben gerettet hat.

Cumbre Vieja ist eine Riftzone, also kein einzelner Berg, sondern eine Kette von Schloten entlang einer Schwächezone. Ausbrüche traten dort 1585, 1646, 1677, 1712, 1949, 1971 und 2021 auf, im Schnitt also alle paar Jahrzehnte. Der nächste Ausbruch wird kommen, nur nicht vorhersehbar wann und an welcher Stelle der Kette.

Das Gebiet heute besuchen

Der Kegel selbst ist gesperrt, weil der Untergrund instabil und heiß ist. Es gibt aber ausgewiesene Aussichtspunkte, von denen aus das Lavafeld und der neue Krater gut zu sehen sind, etwa bei Tajuya und El Time. Geführte Wanderungen an den Rand des Lavastroms werden angeboten.

Zum Verständnis der Insel gehört auch der Rest von La Palma: die Caldera de Taburiente im Zentrum, ein durch Erosion ausgeräumter Einbruchskessel von neun Kilometern Durchmesser, und die Vulkanroute über den Kamm der Cumbre Vieja, die zu den schönsten Wanderwegen der Kanaren zählt. Wer mehr über die kanarischen Vulkaninseln lesen will, findet auch zu Lanzarote und Gran Canaria eigene Artikel.

Quellen