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Stromboli Vulkanausbruch: Ein faszinierender Einblick in Italiens "Leuchtturm des Mittelmeers"

Vulkaninsel Stromboli, Italien
Vulkaninsel Stromboli, Italien - Bildnachweis: @ Argentique via Depositphotos

Der Stromboli bricht nicht gelegentlich aus, sondern praktisch ununterbrochen. Mehrmals pro Stunde wirft er glühende Gesteinsbrocken 150 bis 200 Meter hoch aus, und das seit mindestens tausend Jahren. Diese Gleichmäßigkeit hat ihm den Beinamen Leuchtturm des Mittelmeers eingetragen und einer ganzen Ausbruchsart ihren Namen gegeben: strombolianisch. Stand: September 2026.

Warum er so regelmäßig ausbricht

Im Schlot steht eine Säule aus zähflüssigem Magma. Aus der Tiefe steigen Gasblasen auf, die auf dem Weg nach oben zusammenwachsen. Erreicht so eine Blase die Oberfläche der Magmasäule, zerplatzt sie und schleudert die darüberliegende Schmelze als Fetzen in die Luft. Danach setzt sich der Vorgang fort, es entsteht die nächste Blase.

Diesen Rhythmus hält der Vulkan nur, weil zwei Bedingungen gleichzeitig stimmen: Das Magma ist zäh genug, um Blasen zu bilden, aber nicht so zäh, dass sich Druck über Jahre aufstaut. Und der Nachschub aus der Tiefe bleibt konstant. Fällt beides zusammen, bekommt man einen Vulkan, der immer ein bisschen ausbricht, statt selten viel.

Die Sciara del Fuoco

Auf der Nordwestseite zieht sich eine kahle, graue Rinne vom Gipfel bis ins Meer: die Sciara del Fuoco, die Feuerrutsche. Sie ist die Narbe eines Flankeneinbruchs und zugleich die Bahn, in der praktisch alles hinunterrollt, was der Vulkan auswirft. Deshalb ist die Nordwestseite unbewohnt, während die Dörfer Stromboli und Ginostra auf der Ostseite und im Südwesten liegen.

Diese Rinne ist auch der Grund für ein Risiko, das wenig bekannt ist. Rutscht viel Material auf einmal ins Meer, entsteht eine Welle. Am 30. Dezember 2002 geschah genau das: Ein Hangrutsch löste einen Tsunami aus, der auf der Insel Wellen von mehreren Metern und an der kalabrischen Küste noch messbare Pegelausschläge erzeugte. Verletzte gab es, Todesopfer nicht.

Wenn die Regelmäßigkeit aussetzt: Paroxysmen

Einige Male pro Jahrzehnt bricht das Muster. Dann steigt Magma so schnell aus größerer Tiefe auf, dass sich die Energie in einer einzigen heftigen Explosion entlädt. Solche Paroxysmen werfen Blöcke von mehreren Metern Durchmesser kilometerweit und schicken pyroklastische Ströme über die Sciara.

Der 3. Juli 2019 traf die Insel mitten in der Hochsaison. Die Explosion überzog den Gipfelbereich mit glühendem Material, ein Wanderer auf dem Aufstiegsweg kam ums Leben, auf der Insel brannten Trockenvegetation und mehrere Häuser. Am 28. August 2019 folgte ein zweiter Paroxysmus. Zwischen 2000 und 2025 zählte die Forschung fünf solcher Ereignisse. Seither läuft der Vulkan wieder in seinem normalen Takt, die italienische Zivilschutzbehörde führt ihn dauerhaft auf der zweithöchsten Warnstufe.

Leben und Wandern auf dem Vulkan

Auf Stromboli leben rund 500 Menschen, im Sommer ein Vielfaches. Ginostra im Südwesten ist nur per Boot erreichbar und hat einen der kleinsten Häfen der Welt, in dem jeweils ein Boot anlegen kann.

Der Aufstieg zum Gipfel auf 924 Meter ist seit 2019 eingeschränkt. Wie weit man hinaufdarf, hängt von der aktuellen Lage ab und wird von den Behörden festgelegt; geführte Touren enden je nach Freigabe auf 290 oder 400 Metern. Ein Aufstieg ohne Führung ist oberhalb dieser Marken verboten. Wer den Vulkan ohne Wanderung sehen will, nimmt eine Bootstour am Abend: Von See aus sieht man die glühenden Auswürfe über die Sciara ins Wasser rollen, und das ist ohnehin der klassische Blick.

Der Stromboli im Verbund der Äolischen Inseln

Der Vulkan gehört zu einem Bogen aus sieben Inseln nördlich von Sizilien, die alle über derselben Subduktionszone stehen. Aktiv sind außer Stromboli noch Vulcano, der zuletzt 1890 ausbrach, aber weiter stark entgast, und unter Wasser mehrere Seeberge. Vulcano hat seinen Namen an die gesamte Erscheinung vergeben: Die Römer hielten die Insel für die Schmiede des Feuergotts Vulcanus.

Wer die Vulkane der Region abfahren will, findet das dichteste Angebot zwischen Neapel und Sizilien. Dazu gehören der Ätna als höchster aktiver Vulkan Europas, der Vesuv über Neapel und die Phlegräischen Felder westlich davon. Mehr dazu steht im Artikel über Vulkane in Italien.

Quellen