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Vulkan Italien: Faszinierende Feuerspucker der Apenninenhalbinsel

Vulkaninsel Stromboli, Italien
Vulkaninsel Stromboli, Italien - Bildnachweis: @ Argentique via Depositphotos

Italien hat 13 Vulkane im Verzeichnis, und es ist das einzige Land Europas mit mehreren aktiven. Drei davon sind zuverlässig tätig: der Ätna auf Sizilien, der Stromboli auf den Äolischen Inseln und die Phlegräischen Felder bei Neapel, die sich seit Jahren heben. Der Vesuv schweigt seit 1944.

Warum Italien so vulkanisch ist

Die Afrikanische Platte schiebt sich gegen Europa, und die Reste des dazwischenliegenden Ozeans tauchen unter die Apenninenhalbinsel ab. Daraus entstand eine Kette von Vulkanen entlang der Westküste, vom Monte Amiata in der Toskana über die Albaner Berge bei Rom bis nach Neapel und weiter nach Sizilien.

Nördlich davon liegt die Kette der erloschenen Vulkane, deren Spuren den Alltag prägen: Der Travertin, aus dem halb Rom gebaut ist, stammt aus vulkanischen Thermalquellen, der Tuff der Katakomben aus den Ausbrüchen der Albaner Berge. Ohne diese Gesteine sähe die römische Baugeschichte anders aus.

Die vier Ziele im Überblick

VulkanWoHöheletzter AusbruchZugang
ÄtnaSizilien3.357 m2026Seilbahn, Gipfel nur mit Führer
StromboliÄolische Inseln924 m2026Aufstieg begrenzt, Bootstouren
Vesuvbei Neapel1.281 m1944Straße bis 1.000 m, dann 25 Min.
VulcanoÄolische Inseln500 m1890Krateraufstieg, zeitweise gesperrt

Ätna: der Berg, der immer etwas tut

Der höchste aktive Vulkan auf dem europäischen Festland ist zugleich der zugänglichste. Zwei Straßen führen bis auf 1.900 Meter, von der Südseite geht es per Seilbahn weiter. Was den Ätna ausmacht, ist die Mischung aus Dauertätigkeit und vergleichsweise geringer Gefahr: Seine Lava ist dünnflüssig, er fließt eher, als dass er explodiert.

Ausführlich steht das im Artikel über den Vulkan auf Sizilien.

Neapel: zwei Systeme, ein Ballungsraum

Östlich der Stadt der Vesuv mit seinem Doppelgipfel, westlich die Phlegräischen Felder, eine Caldera von zwölf Kilometern Durchmesser, in der Stadtteile und ganze Gemeinden liegen. Beide werden vom Osservatorio Vesuviano überwacht, dem ältesten Vulkanobservatorium der Welt.

Für Besucher bedeutet das: Vesuv-Aufstieg mit Zeitticket, dazu Pompeji und Herculaneum, und auf der Westseite Pozzuoli mit der Solfatara und dem Serapeum, an dessen Säulen man die Hebung und Senkung des Bodens ablesen kann. Mehr dazu im Artikel über den Vulkan bei Neapel.

Die Äolischen Inseln

Sieben Inseln nördlich von Sizilien, alle vulkanischen Ursprungs und seit 2000 UNESCO-Welterbe. Stromboli ist der Star: Seine Dauertätigkeit hat einer ganzen Ausbruchsart den Namen gegeben. Vulcano bietet einen gut begehbaren Krater mit Fumarolen, Lipari den Bimssteinbruch und Obsidianströme, die als schwarze Wälle ins Meer laufen.

Fähren fahren von Milazzo, Neapel und Palermo. Wer nur einen Tag hat, nimmt die Abendtour zum Stromboli, bei der man vom Boot aus die glühenden Auswürfe sieht.

Die stillen Vulkane Mittelitaliens

Zwischen Rom und Siena liegen mehrere große Systeme, die man nicht als Vulkane erkennt, weil sie heute Seen sind. Der Lago di Bolsena, der Lago di Bracciano, der Lago di Vico und der Albaner See füllen allesamt Calderen oder Maare.

Der Monte Amiata in der Toskana ist ein erloschener Lavadom und heute Skigebiet. Die Region um Larderello nutzt die Erdwärme seit 1904 zur Stromerzeugung; es war das erste Geothermiekraftwerk der Welt und läuft bis heute.

Praktisches

Die Zugänge zu aktiven Kratern werden in Italien kurzfristig gesperrt und wieder geöffnet, zuständig ist der Dipartimento della Protezione Civile zusammen mit dem INGV. Ein Blick auf deren Seiten vor der Anreise erspart Enttäuschungen, besonders bei Stromboli und Vulcano.

Für die Ausrüstung gilt überall dasselbe: feste Schuhe wegen der scharfkantigen Lava, Windschutz auch im Sommer, und am Ätna Kleidung für deutlich kältere Temperaturen als unten an der Küste. Siehe dazu Wandern am Vulkan.

Quellen