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Der größte Vulkan der Welt: "Eine Reise zu den Giganten der Erde"

Vulkanlandschaft Mauna Loa auf Hawaii
Vulkanlandschaft Mauna Loa auf Hawaii - Bildnachweis: @ MNStudio via Depositphotos

Der größte Vulkan der Erde heißt Pūhāhonu, liegt rund 1.100 Kilometer nordwestlich von Honolulu und ragt gerade einmal 50 Meter aus dem Wasser. Sein Volumen wird auf etwa 150.000 Kubikkilometer geschätzt, mehr als doppelt so viel wie beim Mauna Loa, der diesen Titel bis 2020 trug. Wer nach dem größten Vulkan sucht, landet trotzdem meist beim Mauna Loa, und das hat einen guten Grund: Er ist der größte, den man sehen kann.

Warum die Antwort erst seit 2020 anders lautet

Pūhāhonu gehört zur nordwestlichen Verlängerung der Hawaii-Kette, über der die Pazifische Platte längst hinweggewandert ist. Der Vulkan ist erloschen, abgetragen und abgesunken. Über Wasser stehen nur zwei kahle Felsen, die Gardner Pinnacles.

Eine Untersuchung der Universität Hawaiʻi vermaß 2020 den Meeresboden und rechnete den verborgenen Teil hoch. Ergebnis: rund 150.000 Kubikkilometer Gestein, wovon nur etwa 30 Prozent über dem Meeresboden liegen. Der Rest steckt in der Kruste, die unter dem Gewicht nachgegeben hat. Der Vulkan hat sich buchstäblich in die Erdkruste eingedrückt.

Mauna Loa: der größte sichtbare Vulkan

Der Mauna Loa auf Hawaii kommt auf etwa 80.000 Kubikkilometer. Er erhebt sich 4.170 Meter über den Meeresspiegel und rund 9.000 Meter über den umgebenden Meeresboden. Rechnet man die Einsenkung der Kruste dazu, liegen zwischen seiner Basis und dem Gipfel etwa 17 Kilometer.

Seine Form täuscht über die Größe hinweg. Als Schildvulkan steigt er so flach an, dass man von der Straße aus kaum erkennt, auf einem der größten Berge der Erde zu stehen. Die Ursache liegt in der Lava: Sie ist basaltisch, dünnflüssig und fließt weit, bevor sie erstarrt. Sein letzter Ausbruch war im Winter 2022, nach 38 Jahren Pause.

Ein Titel, der mehrfach gewechselt hat

Zwischen 2013 und 2019 galt das Tamu Massif im Nordwestpazifik als größter Einzelvulkan der Erde, eine Kuppe von der Fläche Neuseelands. Neuere Messungen zeigten dann, dass es nicht aus einem Schlot aufgebaut wurde, sondern aus einem Rücken mit vielen Austrittsstellen. Damit ist es kein Vulkan im üblichen Sinn mehr, sondern ozeanische Kruste. Viele Artikel im Netz führen es trotzdem weiter, weil die Korrektur weniger Aufmerksamkeit bekam als die Entdeckung.

Noch eine Größenordnung darüber liegen die magmatischen Großprovinzen, etwa der Dekkan-Trapp in Indien oder die Sibirischen Trapps. Dort traten über Zehn- bis Hunderttausende Jahre Millionen Kubikkilometer Lava aus. Sie gelten als Auslöser mehrerer Massenaussterben, sind aber keine Vulkane, sondern ganze Vulkanlandschaften.

Die verschiedenen Bedeutungen von größter Vulkan

MaßstabVulkanWert
VolumenPūhāhonu, Hawaiirund 150.000 km³
Volumen, sichtbarMauna Loa, Hawaiirund 80.000 km³
Höhe über dem MeerNevados Ojos del Salado, Chile6.879 m
Höhe über der BasisMauna Kea, Hawaiirund 10.200 m
Fläche der CalderaYellowstone, USArund 55 × 72 km
stärkster Ausbruch der historischen ZeitTambora, Indonesien1815, VEI 7

Der Mauna Kea ist ein Sonderfall: Von seiner Basis am Meeresboden bis zum Gipfel misst er mehr als der Mount Everest von seinem Fuß bis zur Spitze, weshalb er gelegentlich als höchster Berg der Erde bezeichnet wird. Über dem Meeresspiegel bleibt der Everest unerreicht.

Und im Sonnensystem?

Alle irdischen Vulkane sind klein gegen den Olympus Mons auf dem Mars: rund 22 Kilometer hoch und mit 600 Kilometern Durchmesser etwa so groß wie Frankreich. Möglich ist das, weil der Mars keine Plattentektonik hat. Eine Platte wandert dort nicht über den Schmelzherd hinweg, also türmt sich das Material Hunderte Millionen Jahre lang an derselben Stelle auf, statt eine Inselkette zu bilden wie auf Hawaii.

Die heftigste vulkanische Aktivität im Sonnensystem findet ohnehin woanders statt: auf dem Jupitermond Io.

Quellen