Entdecken Sie das Geheimnis des vulkanischen Sprudels
Salse ist der Fachbegriff für einen Schlammsprudel. Aus einer solchen Öffnung quillt kein geschmolzenes Gestein, sondern eine Mischung aus Wasser, Ton und Gas. Der Name stammt vom lateinischen salsus, salzig, weil das austretende Wasser häufig salzhaltig ist. Verwandte Erscheinungen sind Geysire, Fumarolen und Mofetten, und sie unterscheiden sich klar voneinander.
Die vier Sprudel-Arten im Vergleich
| Erscheinung | Was austritt | Temperatur | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Salse | Schlamm, Wasser, Methan | meist kalt | Macalube di Aragona, Sizilien |
| Geysir | heißes Wasser, stoßweise | über 100 °C | Strokkur, Island |
| Fumarole | Dampf und Gase | bis über 500 °C | Solfatara bei Neapel |
| Mofette | Kohlendioxid, kalt | Umgebungstemperatur | Laacher See, Eifel |
Wie eine Salse funktioniert
Der Antrieb ist Gas, meistens Methan. Es steigt aus tiefen Sedimentschichten auf und nimmt dabei tonhaltiges Material und Wasser mit. An der Oberfläche baut der austretende Schlamm einen kleinen Kegel oder einen flachen Tümpel, in dem es in unregelmäßigen Abständen blubbert.
Diese Kegel sind selten hoch, oft nur ein paar Zentimeter bis wenige Meter. Sie wirken wie Vulkane im Miniaturformat, haben mit Magma aber nichts zu tun. Die größten Felder der Erde liegen in Aserbaidschan, wo einzelne Salsen über hundert Meter erreichen und sich das austretende Methan gelegentlich entzündet.
In Europa gibt es Salsen vor allem in Italien: die Macalube di Aragona auf Sizilien und die Salse di Nirano bei Modena, beide als Naturschutzgebiete ausgewiesen.
Der echte vulkanische Schlammtopf
Daneben existiert eine zweite, tatsächlich vulkanische Form. In Geothermalgebieten löst saurer Dampf das Gestein im Untergrund chemisch auf und verwandelt es in Ton. Was dann blubbert, ist kein hochgespültes Sediment, sondern zersetztes Gestein an Ort und Stelle, gerührt von aufsteigendem Dampf.
Solche Schlammtöpfe werden über 90 Grad heiß und stehen im Yellowstone, auf Island, in Rotorua in Neuseeland und in der Solfatara bei Neapel. Ihre Farben kommen von der Chemie: Grau vom Ton, Rot und Ocker von Eisen, Weiß von ausgefälltem Schwefel. Mehr dazu steht im Artikel über vulkanischen Mineralschlamm.
Warum der Geysir etwas anderes ist
Ein Geysir wirft heißes Wasser stoßweise aus, und dahinter steckt ein feiner Mechanismus. In einem engen Schlot steht eine Wassersäule. Ihr eigener Druck hebt den Siedepunkt des Wassers am Grund über 100 Grad. Beginnt das Wasser oben zu sieden, entweicht etwas, der Druck fällt, und die überhitzte Tiefe verdampft schlagartig. Der Rest wird explosionsartig ausgeworfen.
Das braucht drei Dinge gleichzeitig: eine Wärmequelle, reichlich Wasser und einen Schlot mit passender Verengung. Deshalb gibt es weltweit nur rund tausend Geysire, mehr als die Hälfte davon im Yellowstone. Der Name stammt vom isländischen Großen Geysir, der heute kaum noch springt; sein Nachbar Strokkur dafür alle paar Minuten.
Wenn Gas ohne Wasser austritt
Die unauffälligste und zugleich gefährlichste Form ist die Mofette: ein Austritt von Kohlendioxid bei normaler Temperatur, ohne Dampf, ohne Geräusch, oft nur an aufsteigenden Bläschen in einer Pfütze zu erkennen.
Gefährlich ist das, weil Kohlendioxid schwerer als Luft ist und sich in Senken, Kellern und Mulden sammelt. In der Eifel und in der Solfatara hat das wiederholt Todesfälle verursacht. Tiere, die niedriger atmen als Menschen, sind zuerst betroffen; die Hundsgrotte bei Neapel trägt ihren Namen aus genau diesem Grund.
Quellen
- National Park Service: Hydrothermale Erscheinungen im Yellowstone - Geysire, Schlammtöpfe und Fumarolen
- USGS: Glossar des Volcano Hazards Program - Definitionen der Begriffe
- Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz - Mofetten und Gasaustritte in der Eifel