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Ätna

Der Ätna ist ein Schichtvulkan mit mehreren Ausbruchszentren in Italien und erreicht 3.357 Meter über dem Meer. Der letzte belegte Ausbruch fällt in das Jahr 2026.

Stadt Catania und der rauchende Vulkan Ätna
Stadt Catania und der rauchende Vulkan Ätna - Bildnachweis: @ catalby via Depositphotos

Der Ätna liegt an der Ostküste Siziliens, unmittelbar über der Stadt Catania. Er ist der höchste aktive Vulkan Europas und zugleich einer der am längsten beobachteten: Ausbrüche sind seit der Antike schriftlich überliefert, die durchgehende Beobachtungsreihe reicht mehr als zweitausend Jahre zurück. Anders als bei den meisten Vulkanen dieser Größe wechseln sich am Ätna ruhige Phasen und Tätigkeit so dicht ab, dass Jahre ohne jede Aktivität die Ausnahme sind.

Warum der Ätna dort steht, wo er steht

Der Ätna sitzt an einer geologisch verwickelten Stelle: Die Afrikanische Platte schiebt sich hier unter die Eurasische, gleichzeitig zieht die Kruste unter Ostsizilien auseinander. Diese Mischung aus Subduktion und Dehnung erklärt, warum sein Magma anders zusammengesetzt ist als das der klassischen Subduktionsvulkane weiter nördlich. Vorherrschend sind Trachybasalt und verwandte Gesteine - vergleichsweise dünnflüssige Schmelzen, die eher fließen als explosiv zerreißen.

Das prägt sein Verhalten. Der Ätna produziert überwiegend Lavaströme und Lavafontänen, seltener die großen Aschewolken, die etwa den Vesuv berüchtigt gemacht haben. Gefährlich ist er trotzdem: Lavaströme haben mehrfach Ortschaften erreicht, zuletzt in größerem Umfang 1928, als der Ort Mascali vollständig überflossen wurde.

Vier Gipfelkrater statt eines Gipfels

Was von außen wie ein Berg aussieht, ist im Gipfelbereich ein System aus mehreren aktiven Kratern. Ihre Zahl und Form ändert sich: Krater wachsen zu, brechen ein, neue entstehen. Deshalb schwankt auch die Höhenangabe. Der Wert von 3.357 Metern in der Infobox ist der Stand des Datensatzes; nach starken Ausbrüchen wird er neu vermessen und liegt dann um einige Meter höher oder tiefer.

Dazu kommen mehr als 300 Nebenkrater an den Flanken. Sie entstehen, wenn Magma nicht bis zum Gipfel aufsteigt, sondern sich seitlich einen Weg sucht. Genau diese Flankenausbrüche sind für die Orte am Fuß des Bergs das größere Risiko, weil sie tiefer und damit näher an bewohntem Gebiet ausbrechen.

Leben am Berg

Rund um den Ätna leben etwa eine Million Menschen, so dicht wie an kaum einem anderen aktiven Vulkan Europas. Der Grund ist der Boden: Verwitterte Vulkanasche ist außerordentlich fruchtbar, an den Hängen wachsen Wein, Zitrusfrüchte und Pistazien. Seit 1987 ist der Berg Nationalpark, seit 2013 gehört er zum UNESCO-Welterbe - ausdrücklich auch wegen seiner Bedeutung für die Vulkanforschung.

Vulkane in der Umgebung

VulkanTypHöheEntfernungLetzter Ausbruch
Iblei Schildvulkan (unsicher) 825 m 72 km vorholozän
Vulcano Schichtvulkan mit mehreren Zentren 500 m 73 km 1890
Lipari Schichtvulkan mit mehreren Zentren 590 m 83 km 1230
Salina Schichtvulkan mit mehreren Zentren 962 m 93 km vorholozän
Panarea Schichtvulkan 399 m 99 km nicht bekannt
Filicudi Schichtvulkan mit mehreren Zentren 773 m 100 km vorholozän

Woher die Angaben stammen

Lage, Höhe, Vulkantyp, Gesteinsart und das Jahr des letzten Ausbruchs stammen aus der Datenbank Volcanoes of the World des Smithsonian Global Volcanism Program (Nummer 211060).

Zitierweise: Global Volcanism Program. Ätna (211060) in Volcanoes of the World. Smithsonian Institution. Datenabzug vom 10.09.2026.

Die Lagekarte ist aus Natural Earth und GeoNames gerechnet.